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Review: Kabhi Alvida Naa Kehna

    Unsere Bewertung für diese Seite
    Erscheinungsjahr: 2006
    Genre: Drama
    Regie: Karan Johar,
    Drehbuch: Mani Ratnam
    Produktion: Karan Johar, , Shibani Bathija
    Musik: Anadil Hossain, Hiroo Johar, Manoj Mittra
    Darsteller: Amitabh Bachchan,Shahrukh Khan, Rani Mukherjee, Preity Zinta,Abhishek Bachchan, Kiron        Kher, Arjun Rampal, John Abraham, u. a.

                              Länge: 193 Minuten





Filmsongs:


  • Kabhi Alvida Naa Kehna – Sonu Nigam, Alka Yagnik
  • Mitwa – Shafqat Amanat Ali, Shankar Mahadevan, Caralisa Monteiro (5:13)
  • Where´s The Party Tonight – Shaan, Vasundhara Das, Shankar, Loy Mendonsa, Eshaan (5:55)
  • Tumhi Dekho Na –Sonu Nigam, Alka Yagnik (4:58)
  • Rock ´n´ Roll Soniye – Shaan, Shankar Mahadevan, Mahalaxmi Iyer (4:45)


    Story:
    Für Dev (Shahrukh Khan) ist die Welt vollkommen in Ordnung: Er ist ein bekannter und erfolgreicher Fußballstar, verheiratet mit der hübschen Riya (Preity Zinta). Sie haben einen gemeinsamen Sohn und die Welt scheint in Ordnung. Bis er auf Maya (Rani Mukherjee) trifft, die kurz davor steht, ihren Freund Rishi (Abhishek Bachchan) zu heiraten. Sie ist sich der Sache nicht sicher, doch Dev kann sie davon überzeugen, das Bündnis einzugehen, und wird wenig später vom Auto angefahren....

    4 Jahre später stehen beide Ehen unter keinem guten Stern. Dev ist seid dem Unfall nicht mehr fähig, seinem Beruf als Fußballer nachzugehen und trainiert die Mannschaft seines Sohnes. Er ist gefrustet und unzufrieden mit seinem Leben und lässt es an seinem Umfeld aus. Ebenso wenig funktioniert die Ehe von Maya und Rishi. Maya kann keine Kinder bekommen und lässt Rishi spüren, dass sie ihn nicht liebt.

    Dev und Maya treffen wieder aufeinander und versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden, ihre Ehen zu retten...


    Review:
    „Kabhi Alvida Naa Kehna“ ist ein Film ganz im Stile Karan Johars. Die Darsteller sind wie immer sorgfältig ausgewählt. Die Dramatik mit eingebracht, die Tränen fließen und das Publikum ist begeistert. Zumindest ein Teil. Denn auch wenn die Thematik hier eine andere ist, ist es dennoch der gleiche Stil, die gleiche Art von Dramatik und die gleichen Darsteller, wie man es von ihm gewohnt ist. Natürlich zeichnet genau das einen Film von ihm aus, doch auf Dauer hält sich diese Idee nicht.

    Karan brachte auch hier wieder Dramatik gemischt mit dem einen oder anderen Lacher, der das Gesamtbild immer wieder auflockert. Und auch hier waren die Kostüme und Kulissen wieder perfekt gewählt. Wie man es gewohnt ist. Die Thematik, die ich persönlich sehr interessant finde, brachte mich das eine oder andere mal jedoch zum Kochen. Nicht wegen des Themas, sondern mehr wegen der Umsetzung. Um ein Beispiel zu bringen: Der Umgangston Devs gegenüber seinem Sohn. Dieser wirkt vollkommen eingeschüchtert, was durchaus einer Vaterfigur nicht immer negativ angerechnet werden sollte. Doch die Art und Weise, wie man Dev zu seinem Sohn hat sprechen lassen, fand ich vollkommen daneben und unpassend. Das war jedoch nur einer von vielen unpassenden Ausschnitten des Films...

    Auch die Anspielungen auf das homosexuelle Dasein fand man, wie schon in „Kal Ho Na Ho“, wieder. Ein Passant auf der Straße, der auf eine Frage hin antwortet: „Ich bin schwul“. Was uns das sagen soll, kann sich jeder selber ausmalen. Freizügig war der Film allemal. Ungewohnt freizügig für einen Bollywoodfilm. Sei es Rani in Lack und Leder mit der Peitsche in der Hand, Amitabh, der für jeden Tag eine Dame parat hatte oder aber Bettszenen, die ich auf dem Niveau des Bollywood nicht für normal hielt. Karan schmiss sich hier ganz schön ins Zeug und zeigt viel Haut und Sex.

    „Kabhi Alvida Naa Kehna“ ist ein Film, dessen Thematik durchaus interessant hätte gestaltet werden können. Doch hier findet man Betrug, Lügen, Sex und ein Happy End. Die ersten drei Dinge sind definitiv vertretbar, doch das Happy End? Nein, definitiv nicht passend. Wer so hart und boshaft gegen die Menschen handelt, die nur das Glück des anderen wollen, sollte dafür bestraft und nicht belohnt werden. Und da reichen auch keine drei Jahre „Entzug“.

    Das Thema wurde aus meiner Sicht vollkommen falsch aufgegriffen und vollkommen falsch dargestellt. Es ist richtig, eine Liebe die nicht mehr da ist, nicht krampfhaft erhalten zu wollen. Wozu sonst gibt es die Mittel der Scheidung. Doch Menschen zu hintergehen, zu belügen und zu beschimpfen finde ich so nicht richtig. Eine extrem überzogene Darstellung, die man teilweise gar nicht mehr für voll nehmen kann...

    Schauspielerisch liegen die Darsteller weit auseinander. Shahrukh Khan, der hier gemeinsam mit Rani Mukherjee den Film führen sollte, war in meinen Augen, wie erwartet, nicht sonderlich überzeugend. Es sind die gleichen Tränen, die kullern. Die gleichen Gesichtszüge, die mittlerweile einstudiert erscheinen und die gleichen Gesten. Der Unterschied zu anderen Filmen ist einzig und allein das Humpeln. Seine Rolle als Dev machte ihn in meinen Augen extrem unsympathisch. Besonders, wie oben schon angesprochen, die Boshaftigkeit, die er gegenüber seinen Mitmenschen zu erkennen gab. Wahrscheinlich war das so gewollt. Man konnte ihn letztendlich nur noch hassen. Zum Mitfühlen regten mich seine Tränen und Liebesgeständnisse jedenfalls nicht an... Rein optisch fand ich es nicht sonderlich ansprechend, was er immer wieder mit seinem Kaugummi anrichtete. Sollte das „cool“, „sexy“ oder vielleicht „machoartig“ erscheinen, dass er sein Kaugummi immer wieder wie ein Kleinkind lang zieht? Ich verstehe den Sinn und Zweck dieses Kaugummis nicht. Ich weiß nicht, dass ihn das nur noch schlechter in seiner Rolle dastehen lässt.

    Ähnliches gilt für die zweite tragende Figur: Maya. Ich habe Rani leider noch nie in einer dramatischen Szene für voll genommen. Ihre weinerliche Art wirkt auf mich immer so, als würde sie gleich vor Lachen losprusten. Dann sollte man es vielleicht lieber so einrichten, dass ein von Trauer befallenes Gesicht eine Träne kullern lässt. Das würde eine solche Szene mit Rani jedenfalls um einiges überzeugender erscheinen lassen. Zudem fand ich ihre Rolle, ebenso wie Shahrukhs Rolle, egoistisch und selbstgerecht. Auch ihre Rolle machte sie unheimlich unsympathisch. Sympathie zu verschenken, ist nicht schwer. Sie wiederzuerlangen jedoch um so schwerer. Beide Hauptdarsteller haben mir bis zum Ende nur bewiesen, keine Sympathie verdient zu haben. Dafür waren sie nicht überzeugend genug... Was Rani jedoch hervorragend und ausgezeichnet gemeistert hat war die Szene, in der sie in Lack, Leder und Peitsche einen Raum voller Männer betrat. Ich habe lange nicht mehr so gelacht und mich köstlich amüsiert. Ihr Gesichtsausdruck, nachdem sie die Augenbinde abnahm, war der einzige, der mich im kompletten Film wirklich überzeugt hat...

    Hingegen haben mich Schauspieler wie Abhishek Bachchan und Amitabh Bachchan extrem überrascht. Abhishek´s Wutausbruch als Rishi lässt mitfühlen. Eine solche Darstellung mögen andere als Überzogen bezeichnen, doch in dieser Situation finde ich sie vollkommen angebracht. Nur komisch, dass Karan nicht dafür gesorgt hat, dass er seine Frau schlägt?! Das würde vielleicht in das Gesamtbild des Films passen. Aber gut, lassen wir das wenn und aber und kehren zum Eigentlich zurück. Ich war wirklich überrascht, wie gut Abhi seine Rolle als Rishi rüberbrachte. Ich habe ihn noch nie so enthusiastisch spielen sehen. Man merkte, dass er seine Rolle lebte. Und auch die wenigen Szenen gemeinsam mit seinem Vater waren herrlich und spielen auf meine obige Bemerkung der Auflockerung an. Die Dialoge zwischen Vater und Sohn waren einfach köstlich. Trotz dessen, dass ich in letzter Zeit nicht viel mit Amitabh anfangen konnte, muss ich eingestehen, dass er solche Rollen hervorragend beherrscht.

    Preity Zinta war meiner Meinung nach nicht sonderlich gefordert. Jedoch macht sie, was sie tat, gut. Sie hatte hier bei den tragenden Figuren wohl den kleinsten Spielraum. Eigentlich schade, denn da hätte man durchaus mehr draus machen können. Preity sieht wie immer wunderschön aus und überzeugt im entscheidenden Moment ebenso wie Abhi. Und wie soll es auch anders sein: Kajol war da. Sie hatte ebenso wie John Abraham einen Sekundenauftritt. Unerwartet und gelungen. Ebenso wie Preity war Kiron Kher mehr eine Nebenbesetzung, die man durchaus hätte ausarbeiten können. Doch was man von ihr und ihrer wachsenden Freundschaft zu Amitabh alias Sam zu sehen bekam, war durchaus überzeugend.

    Ein weiterer, erwähnenswerter Nebendarsteller war Arjun Rampal. Seine Rolle war klein, um nicht zu sagen winzig. Doch letztendlich wichtig. Seine Leistung zu beurteilen, wäre falsch, da sein Auftritt dafür zu kurz war, jedoch muss man ihm lassen, dass er verdammt gut aussah. Zudem könnte ich mir durchaus für die Zukunft vorstellen, ihn und Preity mal gemeinsam spielen zu sehen.

    Den Soundtrack hörte ich schon vor dem Sehen des Films und fand diese nicht sonderlich herausragend. Doch wenn man die Bilder dazu sieht, ist oft alles anders. Und auch hier war soll es keine Ausnahme geben. Die einzelnen Tracks waren wirklich klasse. Besonders herausgestochen ist die Tanzeinlage von Amitabh und Abhishek Bachchan in „Rock ´n´ Roll Soniye“. Herrliche Einlage der beiden, die mir wahrscheinlich noch eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben wird. Da Amitabh und Abhishek nicht leugnen können, Vater und Sohn zu sein, ist dieser Song besonders bezeichnend, denn sie teilen nicht nur Äußerlichkeiten, sondern ebenso die gleiche schlaksige Art zu tanzen. Doch nicht dass das etwa einen Song zerstören würde, sondern vielmehr erheitert dies das Gemüt und fordert einen in diesem Song schon fast auf, aufzustehen und mitzumachen. Herrliche, unvergessliche Einlage....

    Ebenso schön finde ich die Balladen des Films. „Mitwa“ und „Kabhi Alvida Naa Kehna“ waren hervorragende Songs, die ich nicht als typisch einstufen würde. Der Gesamte Soundtrack ist absolut gelungen, was man vom Film nicht behaupten kann.

    Mein Fazit des Films ist eigentlich eindeutig. Man sollte den Film gesehen haben, jedoch nur um mitreden zu können. Oder aber wegen der fantastischen Kombination von Abhishek und Amitabh. Jedoch ist die Umsetzung der Thematik in meinen Augen fehlgeschlagen und macht nur höchstens einen Prozent wett mit der Entscheidung Kiron Khers als Dev´s Mum, bei der Schwiegertochter, statt beim Sohn zu bleiben.

    Reviewed: 09. Oktober 2006 by Saripyar

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